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Equal Pay Day? Gehalts- und Rentendiskriminierung von Frauen Folge der Benachteiligung von Müttern

IMG 0605Dass Frauen in Südtiroler immer noch durchschnittlich bis zu 17% weniger verdienen und auch wesentlich niedrigere Renten erhalten als Männer ist nach Ansicht der BürgerUnion vor allem eine Folge der ständigen Benachteiligung von Müttern bei Gehalt und Rentenabsicherungen.

Wie der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion sowie Obmannstellvertreterin Josefa Brugger, Vorstandsmitglied Erna Marsoner Huber und Wirtschaftssprecher Dietmar Zwerger betonen, muss vor allem die Benachteiligung der Mütter bei Lohn, Renten und bei der Arbeitsplatzgarantie behoben werden.

"Mütter sind nicht nur gegenüber den Männern, sondern auch gegenüber anderen Frauen hinsichtlich Lohn, Rente und Karrieremöglichkeiten benachteiligt", so Pöder.

  • Mütter verdienen bis zu einem Drittel weniger als Kinderlose
  • In Deutschland verdienen Mütter in Elternzeit und Teilzeit gegenüber kinderlosen Frauen in Arbeitsleben bis zu 193 000 Euro weniger rund ein Drittel weniger in einem durchschnittlichen Arbeitsleben.
  • Also braucht es Maßnahmen, um Müttern in Elternzeit ein Einkommen und Rente zu sichern und ihnen im Berufsleben durch eine Mütterquote den Wiedereinstieg in den Beruf zu garantieren

Jährlich kündigen in der Privatwirtschaft in Südtirol 800 Frauen ihren Arbeitsplatz, um Mutter zu sein.

Selbständig arbeitende Mütter sind ebenfalls kaum oder gar nicht abgesichert.

Im öffentlichen Dienst sind Mütter und Väter hinsichtlich Elternzeit und finanzieller sowie rentenmäßiger Unterstützung abgesichert.

Zur Lösung der Problematik schlägt BürgerUnion mehrere Maßnahmen vor:

  • Gerechter Lohn für Mütter in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst
  • Mütterquote  in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst
  • 3 Jahre Elternzeit für Alle, finanziell und rentenmäßig Abgesichert
  • Mütter- und Väterrente
  • Familienarbeit muss für die Rentenjahre und Rentenberechnung anerkannt werden
  • Ausgleichszahlung bei Teilzeitarbeit

Josefa Brugger:

"Seit 1966 wird international gegen die ungleiche Entlohnung zwischen Mann und Frau hingewiesen. Das ist doch der Beweis, dass die bisherige Frauenförderung ungleich läuft und nicht ausgereift ist. Während den Mädchen und Frauen typisch männlich empfundene Berufe schmackhaft gemacht werden, bleiben jedoch die frauentypischen sozialen Berufe weiter auf niedriger Gehaltsstufe. Das sagt doch aus, dass Frauenarbeit immer noch nicht geschätzt wird.

Die wahren Verliererinnen sind aber die Frauen als Mütter. Geben sie sich der Kindererziehung zu Hause hin, werden sie gar nicht entlohnt.  Teilzeitarbeitende, also Frauen, die doppelte Arbeit leisten, erhalten keine Ausgleichszahlungen. Solange wir diese Diskriminierungen zulassen, ist jeder Equal pay day eine Augenauswischerei, fast schon eine Scheinheiligkeit."

Erna Marsoner Huber:

"Gedanken zum Equal Pay Day … Equal was bitte? Seit 8 Jahren findet in Südtirol alljährlich der Equal Pay Day statt um auf die geschlechtsspezifische Lohndifferenz zwischen Frau und Mann hinzuweisen. Frauen erhalten bei gleicher Qualifikation für dieselbe Arbeit weniger Lohn als Männer. Dementsprechend sind auch die Pensionen der Frauen niedriger als jene der Männer. Dazu kommt noch, dass Frauen auf Grund der Kindererziehung Lücken bei der Rentenabsicherung aufweisen. Jahrelange Bemühungen die Politik zu sensibilisieren, die Erziehungszeiten für die Rente anzuerkennen waren vergebens, ebenso wird die Betreuung der Kinder zu Hause (meistens übernimmt diese wertvolle Aufgabe die Mutter) kaum bzw. gar nicht wertgeschätzt. Die Schaffung einer Kultur, wo sich Mutter und Vater gemeinsamen um die Betreuung und Pflege der Kinder kümmern ist durchaus ein guter Ansatz. Die Landesregierung führte somit 2016 das Landesfamiliengeld+ ein. Leider hat man, geblendet vom Gender Mainstreaming, dabei die Frauen wiederum vergessen. Dummerweise wird das Landesfamiliengeld+ nur an die Väter ausbezahlt. Es ist zum Mäusemelken! Wie heißt es nochmal: Equal Pay Day … Equal was bitte?"

Dietmar Zwerger:

"Als Kleinunternehmer und Wirtschaftssprecher muss ich feststellen, dass Frauen, die selbständige Unternehmerinnen sind als Mütter ebenfalls benachteiligt werden. Wenn sie sich eine Auszeit für die Kindererziehung nehmen, dann sind sie finanziell und rentenmäßig fast überhaupt nicht abgesichert. Auch das muss sich ändern."

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